Egal, ob man sie Elterninitiativen, Eltern-Kind-Initiativen oder Kinderladen nennt: Allen ist gemeinsam, dass Eltern eine Kindertageseinrichtung eigenverantwortlich organisieren, verwalten und leiten, meist in der Form eines gemeinnützigen Vereins als Träger der Kita.

Elterninitiativen sind regelmäßig kleinere und überschaubare Einrichtungen, die Eltern oft aus der Not heraus gegründet haben. Bei uns waren der Mangel an verfügbaren Krippen- und Kindergartenplätzen mit Ganztagesbetreuung sowie eine Unzufriedenheit mit den vorhandenen pädagogischen Angeboten die Beweggründe, das Kranichnest 2010 zu gründen.

Darmstadt ist reich an Elterninitiativen. Für die Stadt hat das viele Vorteile: Sie kann die so geschaffenen Kitaplätze in ihre Bedarfsplanung aufnehmen und damit ihrer Pflicht nachkommen, den gesetzlichen Anspruch auf Kindergarten- und Krippenplätzen zu erfüllen. Und sie spart Geld, denn bislang werden wir im Gegensatz zu den städtischen, kirchlichen und großen freien Träger nur mit 75 Prozent (und nicht mit 100 Prozent) der anfallenden Betriebskosten bezuschusst.

Als Eltern haben wir dafür maßgeblichen Einfluss auf die pädagogische Zielsetzung und die Betreuungsqualität des Kranichnests. Als kleinere Einrichtung sind wir darüber hinaus in vielen Dingen flexibler und können so schneller auf Entwicklungen reagieren. Mit vielen anderen Elterninitiativen haben wir gemeinsam, dass wir neue pädagogische Ansätze entwickeln konnten: Naturpädagogische Krippe UND Kindergarten, Waldkindergarten mit Ganztagesbetreuung in eigenen Räumen und – zumindest in den ersten zwei Jahren – U3-Kinder in der Waldkindergartengruppe. Elterninitiativen sind damit auch ein wichtiger „Treiber“ für die pädagogische Entwicklung und qualitativ anspruchsvolle Betreuungskonzepte. Als Beispiel aus unserem Bereich sei auf alle „normalen“ Kindergärten verwiesen, die heute Waldtage in ihr Programm aufgenommen haben.

Mit dem Einfluss geht eine gemeinsame Verantwortung einher. Für uns bedeutet das, dass wir das Recht UND die Pflicht haben, an Entscheidungen und deren Umsetzung mitzuwirken. Darüber hinaus teilen wir uns die anfallenden Aufgaben, die im Alltag anfallen, solidarisch auf. Hierzu zählen Elterndienste (z.B. Waschen und Kochen) sowie Eltern- und Vorstandsämter.